Unsere gemeinsame Geschichte

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Unsere gemeinsame Geschichte

Buddy und ich trafen uns im April in einem großen Verkaufsstall in Bayern. Ganz am Ende des Hengsttrakts stand ein unscheinbares, ziemlich unbemuskeltes Pony ohne Namen. Davor haben wir schon andere Pferde zum Probereiten ausgesucht, wir haben uns also eigentlich nur noch im Stall umgeschaut. Meine Mutter entdeckte ihn und war sofort verliebt. Bei mir hat es ehrlich gesagt ein bisschen länger gedauert. Er war ja so gar nicht das, was ich suchte: zu viel Pony, zu viel Fuchs. Reiten wollte ich ihn aber trotzdem, einen Versuch ist es wert.
In der Halle angekommen wurde er erstmal von einer Bereiterin vorgestellt. Er wirkte ziemlich triebig und ist nur im Außengalopp angesprungen. (Nachdem es mit dem Galopp nicht klappen wollte, ist der Stallbesitzer zu der Bereiterin hin und meinte leise, sie solle mit dem Galoppieren lieber aufhören und noch ein bisschen schön traben. ? Gesagt, getan.) Dann durfte ich aufsteigen. Als ein anderer Reiter die Halle verlassen wollte, versuchte das freche Pony die Gelegenheit zu nutzen und durch das offene Tor zu stürmen. Ich konnte ihn gerade so noch davon abhalten. Insgesamt lief das Probe reiten nicht perfekt, er war super zäh und verkroch sich hinter dem Zügel. Doch eins stimmte: Das Gefühl. Ich fühlte mich wohl auf ihm, einfach sicher! Noch an diesem Tag wurde der Kaufvertrag unterschrieben und nur ein paar Tage später stand er bei uns auf dem Hof.

Nach der langen LKW- Fahrt stieg er aus als wäre es das normalste der Welt. An dem Tag sind wir noch zum laufen lassen in die Halle, aber er wollte keinen Meter weg von mir, trabte sogar hinterher. Ich hatte Tränen in den Augen.
Doch mit dem Alltag kamen auch die Probleme. Buddy ist sehr dominant und fing an zu steigen und zu beißen. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Vorbesitzer ihn wohl als Problempferd an den Verkaufsstall gegeben haben. Ich war bereit daran zu arbeiten und da wir zwei Monate auf den Sattel warten mussten, nutzten wir die Zeit zum Vertrauen finden und erziehen. Das funktionierte auch wirklich gut, der Umgang mit ihm wurde besser.
Bis dann der Sattel kam. Buddy wurde wohl, nachdem es bei den Vorbesitzern nicht so gut funktionierte, noch ein Jahr auf die Wiese gestellt. Er hat es absolut nicht eingesehen wieder täglich arbeiten zu müssen. Es gab eine Phase, in der er bei jedem Schenkelkontakt gebuckelt hat.
Also erstmal alles überprüfen, Sattel und Pony, alles in Ordnung. Ich war verzweifelt, hatte ich die richtige Entscheidung getroffen? Heute kann ich sagen: Ja absolut!
Zusammen mit meiner Trainerin zeigten wir ihm, dass er mitarbeiten muss und dass das sogar noch Spaß machen kann. Er taute auf und wurde lockerer. Eine weitere Sache, die ich erst spät erfahren habe ist, dass er wohl ziemlich grob und ruppig behandelt wurde. Ich fing an zu verstehen warum er den Menschen gegenüber so „dicht“ gemacht hat. Auch wenn es vorwärts ging, das große Thema blieb der Galopp.

Die ersten Monate bestanden hauptsächlich aus vorwärts- abwärts und Schwungentwicklung. Doch immer im Moment der Galopphilfe wurde er wieder fest. Der Hochsommer war schön langsam vorbei und wir waren viel im Gelände, um zu galoppieren. Einfach mal fetzen, den Kopf frei bekommen. Das hat Buddy und mir extrem geholfen, endlich konnten wir es in die Halle übertragen. Er begann wirklich an der Bewegung Freude zu finden! Das ist unser Stand momentan. Langsam fangen wir an die Zügellänge auch zu verkürzen und vermehrt an der Anlehnung zu arbeiten. So kann es weitergehen!

Als ich mich im Februar für den Kauf eines Pferdes entschieden habe, war mir nicht bewusst, wie wichtig mir dieses Lebewesen mal werden würde 🙂 Ich arbeite mit vielen Pferden und habe immer nur müde gelächelt, wenn der „Schatzi- Spatz“ mal wieder ein „total schlimmes Wehwehchen“ hat.
Mittlerweile kann ich es irgendwie nachvollziehen. Bei dem Gedanken, dass es irgendwann mal anders sein könnte, dass er irgendwann mal weg sein könnte, wird mir ganz schlecht. Mir ist natürlich bewusst, dass es nicht immer gut laufen wird, dass Rückschläge kommen werden. Aber ich hoffe einfach noch ganz viele Jahre mit diesem wunderbaren Pony verbringen zu dürfen! Danke Buddy! 🙂

 

Das erste Bild von uns beiden vom Probereiten:

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